Comparison
DPI vs. PPI: der Unterschied, der Designer Geld kostet
Das eine beschreibt einen Drucker, das andere ein Bild. Photoshops „DPI“-Feld ist falsch benannt – es ist eigentlich PPI.
By Buğra SözeriPublished
Kurzfassung. PPI (Pixel pro Zoll) beschreibt die Auflösung eines Bildes bei einer Ziel-Druckgröße; DPI (Punkte pro Zoll) beschreibt die physische Ausgabeauflösung eines Druckers oder Scanners. Photoshops „DPI“-Einstellung ist eigentlich PPI. Die Begriffe werden überall verwechselt, sind aber nicht dasselbe.
DPI (Punkte pro Zoll) und PPI(Pixel pro Zoll) werden routinemäßig synonym verwendet. Sie sind nicht dasselbe. PPI beschreibt ein Bild; DPI beschreibt ein physisches Gerät. Sie zu verwechseln ist der häufigste Grund, warum Druckaufträge unscharf zurückkommen.
Die zwei Definitionen
| Begriff | Beschreibt | Einheit |
|---|---|---|
| PPI | Bildauflösung – wie viele Pixel pro linearem Zoll bei Darstellung in Zielgröße | Pixel / Zoll |
| DPI | Drucker- oder Scannerauflösung – wie viele Tintenpunkte das Gerät pro linearem Zoll setzt | Punkte / Zoll |
Ein Bild mit 3000×2000 Pixeln ist einfach ein Bild mit 3000×2000 Pixeln. Es hat keine inhärente DPI – es hat Maße in Pixeln. Wenn ihr sagt, es sei „300 PPI“, legt ihr die Ziel-Druckgröße fest: 3000 ÷ 300 = 10 Zoll breit. Dieselbe Datei bei 150 PPI druckt 20 Zoll breit, bei halber Dichte.
Warum Photoshop es DPI nennt
Photoshops Dialog „Bildgröße“ hat ein Feld namens „Auflösung“ mit der Einheit „Pixel pro Zoll“ – also PPI. Doch jeder, einschließlich Adobes eigener Dokumentation an manchen Stellen, nennt diese Einstellung „DPI“. Der Fehlgebrauch ist so eingefahren, dass Druckereien und Designer in DPI kommunizieren, selbst wenn beide PPI meinen.
Übersetzungsschlüssel für den Alltag: Wenn jemand sagt „Schick mir die Datei mit 300 DPI“, meint er 300 PPI bei der vorgesehenen Druckgröße. Stellt sicher, dass die Pixelanzahl passt: ein 10×15-cm-Druck bei 300 PPI braucht 1200×1800 Pixel.
Die Mathematik der Druckqualität
Standard-Faustregeln, welche PPI ihr braucht:
- 72–96 PPI – Bildschirmdarstellung. Browser ignorieren den eingebetteten PPI-Wert; nur die Pixelanzahl zählt.
- 150 PPI – Zeitungsdruck, großformatige Poster, die aus Distanz betrachtet werden.
- 300 PPI – Magazin-/Buchdruck, Fotoabzüge, alles, was in Armlänge betrachtet wird.
- 600+ PPI – Strichzeichnungen, technische Zeichnungen, feine Schrift.
Die PPI, die ein Drucker auflösen kann, ist durch seine tatsächliche DPI begrenzt – aber nicht dieselbe Zahl. Tintenstrahldrucker laufen typischerweise mit 1200–4800 DPI, doch die effektive Bildauflösung (PPI), die sie wiedergeben können, liegt bei rund 300, weil die Erzeugung eines Bildpixels mehrere Tintenpunkte erfordert (Rasterung).
Wo die Verwirrung zubeißt
Der klassische Fehlschlag: Jemand gestaltet ein Druckstück in Illustrator mit 72 PPI (dem Bildschirm-Standard), exportiert ein PDF und schickt es an eine Druckerei. Die Druckerei erhält eine Datei, die in ihren Metadaten „72 PPI“ angibt; der Pixelinhalt druckt mit 1/4 der vorgesehenen Dichte. Die Ausgabe wirkt weich, klotzig oder verpixelt.
Lösung: mit 300 PPI neu exportieren und sicherstellen, dass die Vorlagenbilder genug Pixel enthalten, um diese Dichte bei der finalen Druckgröße zu tragen. Ein 100×100-Pixel-Logo kann nicht scharf auf 10 cm im Quadrat gedruckt werden – schlicht zu wenig Information, unabhängig vom in der Datei eingebetteten PPI-Wert.
Web vs. Druck: wann PPI zählt
Fürs Web ist eingebettete PPI größtenteils kosmetisch. Browser zeigen Bilder anhand ihrer Pixelanzahl an, nicht anhand ihrer PPI-Metadaten. Ein 1000×1000-Bild sieht in Chrome bei 72 PPI und 300 PPI identisch aus.
Die Ausnahme sind „Retina“-/High-DPI-Displays. Moderne Geräte haben die 2- bis 3-fache physische Pixeldichte des alten CSS-Pixels. Designer liefern @2x- oder@3x-Assets mit doppelter oder dreifacher Pixelanzahl der CSS-Maße. Die eingebetteten PPI-Metadaten spielen weiterhin keine Rolle – nur die Pixelanzahl zählt.
Das Fazit
Sprecht in Pixeln, wenn das Medium digital ist. Sprecht in PPI bei einer Ziel-Druckgröße, wenn das Medium Druck ist. Verwendet „DPI“ nur, wenn ihr buchstäblich die Hardware-Auflösung des Druckers oder Scanners meint.
Für die Mathematik der Farbumrechnung (die ihre eigenen Tücken hat), siehe unsere Farb-Methodik-Seite.
Zahlen-Fakten
- 1 Zoll = 25,4 mm exakt, also 300 PPI = 11,811 Pixel/mm; 1 PPI = 0,03937 px/mm.
- 72-PPI-Erbe: die ursprüngliche Mac-Konvention „1 Punkt = 1 Pixel = 1/72 Zoll“; in PostScript und PDF verankert, auf modernen Displays irrelevant.
- Apple Retina (iPhone 15 Pro): 460 PPI; iPad Pro 264 PPI; MacBook Pro 14" Liquid Retina XDR 254 PPI.
- 10×15-cm-Fotoabzug bei 300 PPI braucht 1200 × 1800 px; bei 150 PPI genügen 600 × 900 px (Poster-Betrachtungsabstand).
- Tintenstrahl-Hardware-DPI: 1200–4800 Punkte/Zoll; die effektive Bildauflösung (PPI, die er darstellen kann) liegt bei ~300, weil die Rasterung 4–16 Tintenpunkte pro Bildpixel verbraucht.
- Offset-Presse LPI (Linien pro Zoll, das eigentliche Rasterweite): 133 LPI Zeitung, 150 LPI Magazin, 200 LPI Kunstdruck – und die Faustregel besagt PPI ≥ 2 × LPI für scharfe Ausgabe.
- Sehschärfe-Schwelle: ein Mensch mit 100-%-Sehkraft löst etwa 1 Bogenminute auf, was bei 30 cm Betrachtungsabstand ~290 PPI entspricht – die Grundlage der „Retina“-Schwelle.
- CSS-Pixelverhältnis: Standard-Display = 1, Retina = 2, aktuelle Android-Flaggschiffe = 2,625 oder 3. Browser-
devicePixelRatioliefert den Wert.
Entscheidungsmatrix
| Ausgabe | Ziel-PPI | Pixelanforderung der Vorlage |
|---|---|---|
| Webbild (1×-Display) | 72–96 Metadaten, nur Pixelanzahl zählt | Gleich den CSS-Maßen |
| Webbild (Retina 2×) | Gleich – @2x-Asset liefern | 2× CSS-Maße |
| Magazin, Fotobuch | 300 PPI | Druckgröße (Zoll) × 300 |
| Großformat-Poster (1+ m Betrachtungsabstand) | 150 PPI | Druckgröße × 150 |
| Plakatwand (10+ m) | 20–50 PPI | Druckgröße × 30 |
| Zeitungsdruck | 150–200 PPI | Druckgröße × 175 |
| Feine Strichzeichnung, technische Zeichnung | 600+ PPI | Druckgröße × 600 |
| E-Mail-Signatur, Social-Profil | 72–96 PPI, 400–1024 px breit | Festes Pixelziel |
Quellen
- Adobe – Photoshop User Guide: Image size and resolution – helpx.adobe.com.
- ISO 12640-2 – Prepress digital data exchange, definiert Bildauflösungsanforderungen für den Offsetdruck – iso.org.
Frequently asked questions
- Sind DPI und PPI dasselbe?
- Nein, auch wenn sie ständig synonym verwendet werden. PPI (Pixel pro Zoll) beschreibt die Auflösung eines Bildes; DPI (Punkte pro Zoll) beschreibt ein physisches Gerät – einen Drucker oder Scanner. Photoshops „DPI“-Feld ist technisch gesehen PPI. Die Verwechslung ist so verankert, dass Designer und Druckereien „DPI“ lose für beides verwenden.
- Beeinflusst PPI, wie ein Bild auf dem Bildschirm aussieht?
- Nein. Browser zeigen Bilder anhand der Pixelanzahl an, nicht anhand eingebetteter PPI-Metadaten. Ein 1000×1000-Bild sieht in Chrome bei 72 PPI und 300 PPI identisch aus. PPI zählt nur, wenn das Bild für den Druck bestimmt ist, wo es die physische Größe bei einer gegebenen Dichte bestimmt.
- Welche PPI brauche ich für den Druck?
- Standardregeln: 300 PPI für Fotoabzüge, Magazine und Bücher, die in Armlänge betrachtet werden; 150 PPI für Zeitungen und großformatige Poster, die aus Distanz betrachtet werden; 600+ PPI für Strichzeichnungen und feine Schrift. Für ein 10×15-cm-Foto bei 300 PPI braucht ihr 1200×1800 Pixel in der Vorlage.
- Warum sagt mein Drucker 1200 DPI, aber ich brauche nur 300 PPI?
- Weil die Erzeugung eines Bildpixels über Rasterung mehrere Tintenpunkte erfordert. Ein Drucker mit 1200 DPI Hardware-Auflösung kann typischerweise rund 300 PPI an effektiver Bilddetailtiefe wiedergeben. Die beiden Zahlen beschreiben verschiedene Ebenen der Druckpipeline.
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Published May 16, 2026